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FraZ in der Presse

WKZ 25.1.2025 Omas gegen rechts klären auf

Omas gegen rechts

WKZ 2.11.2024 Martinimarkt 2024 - FraZ-Café

Martinimarkt 2024

ZVW Online 28.6.2024 Altstadtfest: Mitmachprogramm KARO

Altstadtfest 2024

WKZ 1.5.2024 Muttertag: Blumen, Gleichbereichtigung - beides?

Martinimartk 2024

WKZ 25.4.2024 FraZ Gratis Flohmarkt von Frauen für Frauen

Gratis Flohmarkt 2024
Zeitungsartikel als Text

Waiblinger Kreiszeitung, 25.4.2024  

Gratis-Flohmarkt für Frauen von Frauen

Organisiert vom Fraz-Team am kommenden Samstag, 27. April, im Karo-Familienzentrum ab 12 Uhr / Warenannahme von 10 bis 11 Uhr

VON UNSEREM REDAKTIONSMITGLIED
DIANA FEUERSTEIN

Waiblingen.

Eva-Marie Fessmann und Gabriele Modi halten ein großes Plakat in die Höhe: „Damit wollen wir unseren Fraz-Gratis-Flohmarkt bewerben“, meint Eva-Marie Fessmann, „das hängen wir gleich noch unten im Eingangsbereich des Karo-Familienzentrums auf.“

Am kommenden Samstag, 27. April, ist es wieder so weit. Da werden im Eingangsbereich des Karo von 12 bis 14 Uhr sämtliche Dinge angeboten, die „frau“ so gebrauchen kann oder auch ihre Kinder. Das Besondere: Die meisten Dinge sind umsonst. Nur ein kleiner Teil an hochwertigen Gegenständen wie Schmuck soll gegen eine Spende abgegeben werden. Gesammelt wird für das Kinder- und Jugendhospiz Sternentraum in Backnang.

Ob Tücher, Taschen, Hüte, Modeschmuck, Geschirr, Dekoartikel, Kinderbücher oder Spielsachen - dies soll alles beim Gratis-Flohmarkt vorhanden sein. Kleidungsstücke soll es keine geben. „Das würde unseren Rahmen sprengen“, so Fessmann. Ebenfalls soll keine Elektronik angeboten werden, da man nicht überprüfen könne, ob die Geräte tatsächlich funktionieren.

Wer genug von dem Trubel unten im Erdgeschoss hat, kann sich im Fraz-Raum im zweiten Obergeschoss bei einer Tasse Kaffee und einem Stück selbst gebackenem Kuchen zurücklehnen und die Seele baumeln lassen. Beides wird gegen eine Spende für den Fraz-Verein abgegeben. Fraz steht für „Frauen im Zentrum“.

Warenannahme im Karo-Familienzentrum zwischen 10 und 11 Uhr

Im Nebenraum, dem Fraz-Büro, stapeln sich bereits einige Kisten mit Sachspenden, die Freunde der ehrenamtlichen Helferinnen im abgegeben haben. Auf der Fensterbank stehen Pflänzchen mit einem Zettel versehen, auf dem „Flohmarkt-Pflanzen“ zu lesen ist. Weitere Sachspenden werden am Samstagvormittag zwischen 10 und 11 Uhr an der Karo-Eingangstür entgegengenommen. Jeder, der Lust hat, kann spenden. Angenommen werden modische Dinge, „die man selber noch tragen würde“, betont Gabriele Modi. „Es muss alles in Ordnung sein“, fügt Eva-Marie Fessmann hinzu.

Verteilt werden die gespendeten Dinge auf Tische, wobei das Helferteam alle Tische aufstellen möchte, die es im Erdgeschoss findet, was wiederum auch für eine besondere Atmosphäre sorgen würde. „Das Sortieren ist sehr aufwendig, da wir die Sachen vorher anschauen, Stück für Stück, um sie dann auf die entsprechenden Tische zu verteilen“, sagt Tina Greiner vom Fraz-Team. Eva-Marie Fessmann will Schildchen basteln, auf denen das Warenangebot beschrieben wird.

Schon einmal hat das Fraz-Team einen solchen Gratis-Flohmarkt organisiert. Und der war ein großer Erfolg, sind sich alle Beteiligten einig. Am Ende war nur noch ein Tablett mit ein paar übrig gebliebenen Dingen vorhanden. Für den Rest gab es die entsprechenden Abnehmer. „Wir würden uns sehr freuen, wenn es wieder so erfolgreich wird“, sagt Gabriele Modi. „Schön wäre es außerdem, wenn die eine oder andere Frau als Mitglied hängenbleibt“, sagt Eva-Marie Fessmann und lächelt.

Bei Interesse könnten die jeweiligen Frauen am Samstag auf die Helferinnen zugehen. Beim Fraz müsste man keine Vereinsarbeit leisten. Jeder packt an, wie er kann. Ein Antragsformular finden Interessierte auch in jedem Fraz-Programmheft. Die Besucher des vergangenen Gratis-Flohmarkts seien aus allen Altersklassen und mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund gewesen. „Es war eine Gruppe Mädchen da, die gar nicht glauben konnte, dass alles umsonst ist“, erinnern sich die drei Frauen.

Den Begriff „gratis“ hätten sie ganz bewusst in das Plakat eingebaut, meint Eva-Marie Fessmann, da sie davon ausgehen, dass dieser von sehr vielen Menschen verstanden werde – auch von denen, die nicht so gut Deutsch sprechen würden. Das Angebot soll niederschwellig sein – im Sinne der Nachhaltigkeit und entgegen der Wegwerfmentalität vieler Leute.

„Der Gratis-Flohmarkt soll von Menschen für Menschen sein, von Frauen für Frauen“, sagt Tina Greiner.

Bildunterschrift:

Eva-Marie Fessmann und Gabriele Modi halten ein Plakat für den Fraz-Gratis-Flohmarkt in der Hand. Foto: Büttner

WKZ 2.2.2024 FraZ Strickcafé: Frauengespräche: Wenn Wolle verbindet

Strickcafe 2024
Zeitungsartikel als Text

Waiblinger Kreiszeitung, 2.2.2024  

Frauengespräche: Wenn Wolle verbindet

Verrentete Kinderkrankenschwester, Bäckereiverkäuferin, Autokonzern-Angestellte: Beim Strickcafé tauschen Frauen Muster und Sorgen aus

VON UNSERER MITARBEITERIN
KATHARINA LEHLE

Waiblingen.

Halbfertig gestrickt war der Pullover von Brigitta Decker, als sie ihn endgültig beiseitelegen musste. „Ich sehe einfach nicht mehr genügend“, erklärt die 87-Jährige. Nun liegt das angefangene Maschenwerk in den Händen von Brigitte Halach. Beim Strickcafé der „Frauen im Zentrum“ (Fraz) setzt sie fort, was die Neustädterin nicht mehr vollenden kann. Brigitta Decker gesellt sich dennoch weiterhin zu der Runde, die sich alle zwei Wochen im Waiblinger Karo trifft.

Bis zu 17 Frauen kommen so - seit elf Jahren - regelmäßig zusammen. Stricknadeln und Wollknäuel gehören dann ebenso zum zweistündigen Nachmittag wie Hefezopf, Kekse, Apfelkuchen und eine Tasse Kaffee. „Ich stricke, seit ich …“, Brigitte Halach überlegt kurz und hält ihre Hand dann hüfthoch, „… acht oder neun Jahre alt bin.“ Zunächst Puppensachen und irgendwann die Pullover für ihren Mann. „Meine Mutter hat meine Schwester und mich früher mit gestrickten Sachen ausgestattet und mir vieles beigebracht“, berichtet die 77-Jährige, die den Strick-Treff seit fünf Jahren leitet.

Trotz jahrzehntelanger Erfahrung, auf die die meisten Damen dort zurückblicken, lernt man in diesem Hobby offensichtlich nie aus: „Wie mache ich da weiter? Wie kann ich das besser machen?“ Fragen wie diese, Tipps und Diskussionen prägen die Runde.

Anleitungsvideos schauen sie sich auch auf dem Smartphone an

Ab und zu hilft auch der Blick auf kostenlose Erklärvideos auf Youtube oder Pinterest-Anleitungen. Auch an diesem Nachmittag wird das Smartphone kurz gezückt und gemeinschaftlich geschaut, wie das Dreieckstuch mit Zackenrand gelingt. „Ich kriege es besser rein, wenn ich sehe, wie es gemacht wird“, sagt Conny Kraut, während ihre flinken Finger die grüne Wolle zu einer langsam erkennbaren Socke formen. Die 67-jährige Waiblingerin strickt eigentlich unaufhörlich. Selbst nach einem Sturz, der die Beweglichkeit ihrer Finger einschränkte, machte sie weiter - und merkte: „Das hilft.“ Stricken und Fernsehgucken sind für Conny Kraut und viele ihrer Stickkolleginnen ein gutes Paar: „Fernsehgucken ohne Stricken ist für mich verlorene Zeit“, meint Kraut.

Die Ergebnisse verkauft sie wie einige andere Teilnehmerinnen auf dem Waiblinger Martinimarkt. Mit Socken unterstützte die ehemalige Kinderkrankenschwester auch schon die Frühchen der Kinderklinik in Esslingen. „Ich mache gerne Sachen, die schwierig sind, umso mehr muss ich mich konzentrieren und kann entspannen“, berichtet Christine Brosch. Momentan sind es Zopf-, Waben- und Perlmuster, die sie von den Gedanken, die oft um die Arbeit bei einem großen Automobilkonzern kreisen, ablenken. Stricken ist für sie eine Auszeit: „Ich kann den Kopf ruhen lassen.“ Drei Monate wird es - unter anderem aufgrund der aufwendigen Musterkombination – wohl dauern, bis Kragen- und Schulterpartie um Ärmel, Bauch- und Rückenseite ergänzt sind. Die Farbe der Wahl: Salbei – unverkennbar ihre Lieblingsfarbe, wie ihr Outfit inklusive markantem Brillengestell verrät.

Rita Fodor strickt nur noch für andere: „Für mich brauche ich nichts mehr“, bekräftigt die 82-Jährige. Sie fertigt Kleidungsstücke, die später von einer örtlichen Pflegeeinrichtung in ein rumänisches Kinderheim gebracht werden. „Es ist mir ein Bedürfnis, etwas Gutes zu tun“, sagt die Frau aus Rommelshausen mit Tränen in den Augen.

Manchmal müssen auch die Alltagssorgen auf den mit Wollknäulen versehenen Kaffeetisch: Heike Kreitlow etwa sucht dringend eine neue Bleibe, weil der Vermieter das Haus, in dem sie wohnt, verkaufen möchte. Zwei, zweieinhalb Zimmer benötigt sie für sich. „Ich habe schon rumgefragt, aber leider konnte keiner weiterhelfen“, berichtet die 53-jährige Verkäuferin in einer Bäckerei. Sie schätzt am Strickcafé „den Ausgleich zum Alltag und die Hilfestellungen der anderen“.

Offen ist das Angebot für alle Frauen. Auch für jene, die nicht wissen, wie sie eine Masche anschlagen oder zu welcher Wolle sie greifen sollen. „Wir bringen das Handwerk auch von Anfang an bei“, versichert Brigitte Halach, die sich wie die anderen auch sehr über jungen Nachwuchs freuen würde.

Bildunterschrift:

Bis zu 17 Frauen kommen zum Fraz-Strickcafé in Waiblingen: Austausch gehört dazu. Junger Nachwuchs wäre willkommen. Foto: Büttner

Amtsblatt 28.9.2023 10 Jahre KARO

10 Jahre Karo

Amtsblatt 23.2.2023 Frauentag 2023 - Unabhängigkeit

Frauentag 2023

ZVW Online 22.3.2022 Mehr häusliche Gewalt seit der Corona-Pandemie

Gewalt gegen Frauen

ZVW Online 4.3.2022 Frauentag 2022 in Waiblingen

Frauentag

Amtsblatt 11.11.2021 Martinimarkt 2021: Gestricktes vom FraZ-Strickcafé

Martinimarkt

WKZ 14.3.2018 Das FraZ stellt die Zukunftsfrage

Zukunftsfrage
Zeitungsartikel als Text

Waiblinger Kreiszeitung 14.3.2018  

Das Fraz stellt die Zukunftsfrage

Der Verein ist in die Jahre gekommen, Vorstandsfrauen ziehen sich zurück / Am 24. April ist Mitgliederversammlung

Von unserem Redaktionsmitglied Jutta Pöschko-Kopp

Waiblingen.
Es war ein starker Aufbruch, als 57 Frauen 1994 das Frauenzentrum (Fraz) gründeten. Um eigene Räume hatten sie gestritten, zu denen Männer keinen Zutritt haben sollten. Knapp 25 Jahre später sind die Frauen in die Jahre gekommen, junge Mitglieder fehlen ebenso wie zündende Ideen. Vorstands-Tandem Tina Greiner und Iris Braun werden als Vorsitzende nicht mehr zur Verfügung stehen. „Wir brauchen frischen Wind und jüngere Frauen“, sagt Iris Braun (49).„Wenn nichts passiert, sterben wir aus.“

Rechtsradikale Frauen, die ungleiche Bezahlung von Frauen bei gleichen Jobs, Argumentationstraining gegen rechte Sprüche, Frauen, die zur Kriegsbeute werden: Es sind fürwahr keine seichten Themen, die die Fraz-Frauen in ihren Jahresprogrammen zum Thema machen. Kritisch, politisch und wach sind sie noch immer, doch zu den Veranstaltungen kommt meistens dasselbe Häufchen Zuhörerinnen. Neue Mitglieder, junge zumal, kommen keine dazu. Wie bei den allermeisten Vereinen fehlt seit langem der Nachwuchs.

Die Vorstandsfrauen bitten um Denkanstöße

Nun haben Tina Greiner und Iris Braun die Reißleine gezogen. „Wir wollen / müssen uns bei der Mitfrauenversammlung konkret überlegen, wie es mit dem Fraz weitergeht, wie und ob das Fraz als Verein weiter existieren kann“, schreiben sie in einem Brief an die Mitglieder. Wie alle Vereine habe das Fraz das Problem, dass keine jüngeren Frauen dazustoßen und sich aktiv einbringen. Andererseits sei das Frauenzentrum aus der Waiblinger Vereinslandschaft nicht wegzudenken und werde sehr geschätzt. Was das Fraz ausmacht, welche Tätigkeiten dafür nötig sind, und wie die Arbeit und Verantwortung verteilt werden kann: Antworten dazu sollen bis zur Mitgliederversammlung am 24. April zusammengestellt werden, und dazu bitten die Vorstandsfrauen die rund 70 Mitglieder um Denkanstöße.

„Es ist mir ein großes Anliegen, zu prüfen, ob es das Fraz noch braucht“, sagt Tina Greiner. Reine Beitragszahlerinnen seien nicht genug. Dass es ohne frischen Wind und jüngere Frauen auf Dauer nicht gehen wird, meint auch Iris Braun. Beide sind bereit, je nach Ausgang der Mitgliederversammlung Konsequenzen zu ziehen: „Wenn sich zeigt, dass kein aktives Interesse da ist, plädiere ich dafür, in Freuden aufzuhören und den Raum im Karo weiterzugeben“,sagt Greiner, wohl wissend, dass der große und helle Fraz-Raum auch von anderen Gruppen genutzt werden würde. „Wir sind verlässliche Partnerinnen und machen gute Arbeit, aber der Pfiff fehlt“, meint Braun.

Seit knapp 25 Jahren gibt es das Frauenzentrum in Waiblingen. Entstanden ist es, als die Zeit der Gründungen schon abflaute, erinnert sich Tina Greiner. Die Frauen wollten einen Raum ohne Männer, für Diskussionen, Vorträge, Lesungen, Ausstellungen und Treffen. Über dem Haushaltswarengeschäft Villinger-Zeller fanden die Frauen eine Wohnung, mit viel Platz für einen Cafébetrieb, für Bücherregale, Lesungen und kuschelige Ecken. 2007 war das Frauenzentrum in der Langen Straße indes zu groß geworden – oder anders gesagt, die Zahl der Frauen, die regelmäßig ins Fraz kamen, war zurückgegangen. Anfang 2008 begannen die Fraz-Frauen deshalb in der Hahnschen Mühle mit Schwung ein neues Kapitel, bis sie 2013 als eine der Hauptmieterinnen ins neue Familienzentrum Karo einzogen.

Von der Hälfte der Posten sind Frauen noch weit entfernt

Äußerlich ist das Frauenzentrum immer kleiner geworden, doch „die Themen sind nicht ausgegangen“, meint Iris Braun. „Im Gegenteil, wir machen Rückschritte.“ Frauenarmut, Kriege, sexuelle Gewalt gebe es heute wie früher. Und immer noch sind Frauen weit davon entfernt, die Hälfte der Ämter und Posten im öffentlichen Leben innezuhaben. Von den Jobs in den Vorstandsetagen der großen Firmen und ungleicher Bezahlung ganz zu schweigen. Neben politischen Fragen gibt es im Fraz aber auch Raum für andere Themen (Stichworte Kunstausstellungen, Flohmärkte, Kleidertauschbörsen) – man muss sie nur angehen, sagt Tina Greiner: „Wir müssen deutlich machen, Frauen, ihr könnt euch im Fraz austoben.“

Mitgliederversammlung am 24. April

  • Über die Zukunft des Fraz (Frauen imZentrum) diskutieren die Frauen bei ihrer Mitgliederversammlung am Dienstag, 24.April, 19 Uhr, im Karo.
  • Neuwahlen stehen auf der Tagesordnung, außerdem die Berichte des Vorstands. Dieser bestand bisher aus dem Vorstands-Tandem Tina Greiner und Iris Braun, Kassiererin Petra Bross und Schriftführerin Heidi Gröger.
  • Die meisten der Frauen im Fraz sind zwischen 50 und 70 Jahre alt, die jüngste ist 28, die älteste 86.
  • Vielleicht ist die Zeit der Frauenzentren abgelaufen“, überlegt Iris Braun. Alle Frauenzentren kämpften um ihr Fortbestehen, unter anderem auch das Frauenzentrum Sarah in Stuttgart.
  • Eine Chance fürs Fraz bestehe, wenn sich jüngere Frauen angesprochen fühlen. „Die Rahmenbedingungen sind optimal.“

WKZ 17.3.2014 FraZ-Frauen-Kleiderbasar: Nicht lang überlegen - Kaufen!

Frauen-Kleiderbasar
Zeitungsartikel als Text

Waiblinger Kreiszeitung 17.3.2014  

Nicht lang überlegen – kaufen!

Kleiderbasar der Fraz-Frauen im Familienzentrum Karo / Der Großteil der Erlöse fließt in ein soziales Projekt

Von unserer Mitarbeiterin Nina Sommer

Zu eng, zu weit, ein Fehlkauf, nicht meine Farbe. Oder schlicht und einfach kein Platz mehr im Kleiderschrank - diese Probleme kennt wohl jede Frau. Abhilfe schaffte der Kleiderbasar für Frauen im Familienzentrum Karo. 13 Verkäuferinnen versetzten unzählige Frauen in einen Kaufrausch und sorgten für frühlingshafte Glücksgefühle.

Es ist ein Gedrängel und Gewusel im Gang des Familienzentrums Karo am alten Postplatz.Tisch an Tisch reiht sich aneinander.T-Shirts, Jacken, Hosen, Blusen, Kleider und sogar Büstenhalter liegen zum Verkauf bereit. Unter fragwürdigen Teilen aus längst vergangener Zeit befinden sich auch fast ungetragene Schätze. Diese zu bergen ist das Ziel der kauflustigen Damen.

Schnell fündig geworden:„Diese Hose nehme ich sofort“

Schuhe, Taschen, Accessoires – nichts fehlt, was das Frauenherz nicht höher schlagen lassen würde. Olivia Krawder ist schnell fündig geworden. „Diese Hose ist toll, die nehme ich sofort mit! Nun brauche ich noch ein passendes Oberteil“, erklärt die 38-Jährige aufgeregt, während sie sich durch einen Berg Blusen wühlt.

„Hier gibt es auch große Größen, die sind sonst so schwer zu finden“, freut sich die Waiblingerin. Zur Beratung hat sie ihre kleine Tochter und ihre Freundin dabei. Spiegel sind wegen Platzmangels rar. Völlig Fremde beginnen, sich gegenseitig Tipps und Ratschläge zu geben. „Nicht lange überlegen, sondern kaufen“, lautet die Devise. In der richtigen Kombination erstrahlen alte Kleidungsstücke plötzlich wieder in vollem Glanz. Manch eine Verkäuferin erweist sich als wahrer Basarprofi. Mit Werbeschildern auf Pappkarton werden zur Verkaufsförderung Schnäppchen angepriesen und Deals angeboten. „Nimm drei, zahl mit Liebe in jeder Masche.zwei“ und „Alles muss raus“ hallt es durch das Familienzentrum wie über einen Marktplatz.

Organisatorin und „Frauen im Zentrum“-Mitglied Gabriele Modi ist begeistert:„Mit so einem Ansturm haben wir garnicht gerechnet, aber wir freuen uns sehr.“ Der Basar hat Tradition bei den Fraz-Frauen. Seit zehn Jahren findet er zweimal im Jahr statt – einmal zum Herbst und einmal zum Frühling hin. „Ganz am Anfang musste eine Dreizimmerwohnung herhalten“, erinnert sich Gabriele Modi. Die letzten Jahre fand er in der katholischen Kirche statt. Dass er dieses Jahr im neuen Familienzentrum Karo die Pforten öffnet, freut diese ganz besonders. „Doch beim nächsten Basar müssen wir wohl noch eine weitere Etage nutzen, es ist einfach zu eng“, muss die 55-jährige Organisatorin eingestehen.

Handarbeit mit Liebe in jeder Masche

Dreizehn Frauen haben sich eine Verkaufsfläche von 2,5 Metern für 15 Euro gekauft und sind mit mehreren Kofferladungen Kleidung angereist. Der Großteil der Erlöse und die Einnahmen durch Kaffee und Kuchen sollen einem sozialen Projekt zugutekommen. Außerdem können so Lesungen und Dichterabende im Zentrum bezahlt werden. Eine weitere Einnahmequelle ist der Verkauf der Strick- und Häkelwaren der Frauen des „Strickcafés“. „Wir treffen uns alle zwei Wochen und stricken zusammen bei Kaffee und Kuchen“, erzählt Heike Kreitlow, die Socken, Handschuhe, Mützen und Puppenkleider an diesem Nachmittag verkaufen möchte. Das ist alles Handarbeit, mit Liebe in jeder Masche.

StKu 16.10.2014 20 Jahre FraZ: Es wird gefeiert - Drei Tage Lang

20 Jahre Fraz

Zwanzig Jahre FraZ - Jubiläum

Zeitungsartikel als Text

Stauferkurier 16.10.2014  

FraZ – Frauen im Zentrum seit 20 Jahren aktiv in Waiblingen

Es wird gefeiert – drei Tage lang

Das FraZ wird 20 jahre alt und das begehen die „Frauen im Zentrum“ am Wochenende mit einem drei Tage andauernden Jubiläumsfest. Im aktuellen Programmheft heißt es, dass einiges erfahren werden kann von der Gründung bis zur Gegenwart, Musik genossen werden kann und während einer kurzen Lesung von Frauen manches über Frauen gehört werden kann. Und es lässt sich leicht feststellen, mit wie viel Schwung die FraZ-Frauen auch nach 20 Jahren noch aktiv sind. Sie schreiben selbst: „Es geht weiter ...!“

Doch zuvor geht es erst einmal los: am Freitag, 17. Oktober, um 19 Uhr im Kameralamtskeller in der Langen Straße, denn dann gibt es zum 20-Jahr-Jubiläum auch Kulinarisches zum Probieren, orientalischen Tanz mit Ayla und eine Ausstellung von Marisol Simon. Fortgesetzt wird das Fest am Samstag, 18. Oktober, von 14.30 Uhr bis 16 Uhr im Familienzentrum KARO, Alter Postplatz 17, mit einer Benefizversteigerung: Aquarell- und Acrylbilder der Künstlerin Roswitha Oesterle kommen unter den Hammer. Ein Teil des Erlöses kommt dem FraZ zugute.

Eine Matinee mit Tee und zum Thema „Remstälerinnen machen Geschichte“ beendet den dreitägigen Reigen am Sonntag, 19. Oktober, von 11 Uhr bis 14 Uhr, ebenfalls im KARO. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Familienbildungsstätte angeboten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt kostet fünf Euro, eine kleine Verköstigung ist darin enthalten.

Karin de la Roi-Frey, Schriftstellerin und historische Journalistin, gibt Einblicke in das Leben ungewöhnlicher Frauen wie zum Beispiel Berta Hess aus Waiblingen, die selbstbewusst ihr Leben in die Hand genommen haben.

WKZ 9.8.2011 Fraz-Frauen-Kleiderbasar: Spende des Tages, 400€

Spende
Zeitungsartikel als Text

Waiblinger Kreiszeitung 9.11.2011  

Spende des Tages

400 Euro

Die Organisatorinnen des Kleiderbasars von FraZ „Frauen im Zentrum“, Gabi Modi und Vera Schneck, haben in diesem Jahr beim Basar und Kuchenverkauf einen Überschuss von 400 Euro erzielt. Gespendet wurde das Geld dem Paulus-Stift in Stuttgart, eine Einrichtung, die sich junger alleinerziehender Mädchen und Frauen annimmt. In der Wohngruppe werden schwangere Frauen und Mütter ab 14 Jahren rund um die Uhr betreut, im Appartementhaus wohnen volljährige Frauen, die darin unterstützt werden, ein eigenverantwortliches Leben mit ihrem Kind aufzubauen. Daneben gibt es eine Kindertagesstätte, die von 7 bis 17 Uhr geöffnet ist, als offenes Angebot für Eltern auch außerhalb der Einrichtung. Die Beratungsstelle für Frauen in Not berät bei der Ausbildung- und Stellensuche, in finanziellen Angelegenheiten sowie in psychischen Konfliktlagen und bietet Unterstützung und Austauschmöglichkeiten für junge Mütter bei der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder. Die Fraz-Frauen meinen, die Einnahmen seien hier sinnvoll investiert, und bedanken sich bei allen Frauen, dazu beigetragen haben.

WKZ 8.12.2007 Aufbruch: Das FraZ ist tot, es lebe das FraZ!

Aufbruch Umzug
aus Frauenzentrum wird Frauen im Zentrum

Zeitungsartikel als Text

Waiblinger Kreiszeitung 8.12.2007  

Aufbruch: Das Fraz ist tot, es lebe das Fraz!

Frauenzentrum in der Langen Straße ist ab Januar Geschichte / Arbeit geht unterm Motto „Frauen im Zentrum“ weiter

Von unserem Redaktionsmitglied Jutta Pöschko

Waiblingen.
Es war ein starker Aufbruch, als 57 Frauen 1994 das Frauenzentrum (Fraz) gründeten. Um eigene Räume, zu denen Männer keinen Zutritt hatten, hatten sie lange gestritten. In den letzten Jahren sind die allerdings immer öfter leer geblieben - junge Frauen brauchen den geschützten Raum offenbar nicht mehr. Nun steht wieder ein Aufbruch an. Und, so Vorstandsfrau Tina Greiner, „die Befreiung von Kleidern, die nicht mehr gepasst haben“.

Das Fraz ist tot, es lebe das Fraz: Das Frauenzentrum in der Langen Straße, für das die witzige Abkürzung Fraz einst ersonnen wurde, ist Geschichte. Doch die Arbeit für die Frauen geht weiter. Unter dem Titel „Frauen im Zentrum“ werden die Fraz Frauen ihre Arbeit fortführen, dabei aller-dings mehr als bisher politisch arbeiten Wir wollen Informationen für Frauen bündeln, „vor allem für Zugezogene“, sagt Vorstandsfrau Tina Greiner. Themen wie Frauenarmut and Obdachlosigkeit wollen sie angehen, bei „Frauen für den Frieden“ Terre des Femmes und Medica Mondiale mitarbeiten. Kurzum: Die Frazfrauen verschwinden nicht in der Versenkung, sondern werden auch weiterhin in der Stadt mitmischen.

Cafébetrieb und kuschelige Sitzecken gibt's nicht mehr

Doch das Frauenzentrum in der Langen Straße, mit Cafébetrieb, kuschligen Sitzecken, Kunstausstellungen und einer kleinen, aber feinen Frauenbibliothek, wird es ab Januar nicht mehr geben. „Das Frauenzentrum ist bei jungen Frauen nicht mehr gefragt“, sagt Gründungsfrau Efi Becker. Diese Entwicklung, die sich über Jahre hinzog, stand auch im Mittelpunkt der jüngsten Mitgliederversammlung, bei der die Frauen über den neuen Namen abstimmten: Frauen brauchen in Waiblingen kein abgeschlossenes kulturelles Zentrum mehr. „Raum für frauenspezifische Bedürfnisse und Entwicklungen bieten unterschiedliche Gruppen und öffentliche Einrichtungen“, hatte Tina Greiner bei ihrem Antrag zum neuen Namen „Frauen im Zentrum“ ausgeführt. Und die Mitgliedsfrauen hatten zugestimmt bei ihrer allerletzten Sitzung im Frauenzentrum.

Zum nachlassenden Interesse der Frauen kam die Ankündigung der Stadt, den Mietzuschuss der Vereine zu halbieren. „Es war klar, dass wir bei rund 100 Mitgliedsfrauen mit unseren Mitgliederbeiträgen die halbe Miete nicht aufbringen können“, sagt Tina Greiner.

„Keiner der beiden Vereine wird auf der Straße stehen“

Nun ist die Wohnung über dem Haushaltswarengeschaft Villinger-Zeller gekündigt, die Kisten sind gepackt. Noch steht allerdings nicht fest, wo sie ausgepackt werden. Denn Anfang der Woche erreichte die Fraz-Frauen die Nachricht, dass die versprochenen Räume in der Hahn‘schen Mühle gar nicht frei werden - der Schachclub, der eigentlich ausziehen sollte, ist mit den von der Stadt angebotenen Räumen nicht zufrieden. Wobei Erster Bürgermeister Martin Staab zuversichtlich ist, für beide Vereine eine zufriedenstellende Lösung zu finden: „Keiner von beiden wird im Januar auf der Straße stehen“, versicherte er gestern auf Anfrage.

Ideal, darin sind sich der Erste Bürgermeister und die Frauen einig, wären die Räume in der Hahn‘schen Mühle. Pro Familia ist dort bereits untergebracht, so dass dort zusammen mit „Frauen im Zentrum“ eine Art Mini-Familienzentrum entstehen würde, bis das geplante große Familienzentrum in der alten Karolingerschule fertig ist. Wo auch immer das Fraz unterkommt wichtig sei, dass auch die anderen Frauen-gruppen, die sich bisher in der Langen Straße getroffen haben unter anderem die Frauengruppe Courage und eine Selbsthilfegruppe für Frauen mit Missbrauchserfahrungen - ebenfalls eine neue Heimat finden können, sagt Efi Becker. „Wir vertrauen darauf, dass die Stadt eine gute Lösung findet.“

13 Jahre Fraz: Eine ganze Menge haben die Frauen in dieser Zeit erreicht. Außer den eigenen Räumen war wohl ihr größter Erfolg, dass die Stelle einer Frauenbeauftragten eingerichtet wurde. Doch auch die nennt sich inzwischen geschlechtsneutral Beauftragte für Chancengleichheit. ..brauchen Frauen denn keine Lobby mehr?

Der Hälfte der Welt verdammt nahegekommen

Doch, sagt Efi Becker kämpferisch wie eh und je. „Noch ist es wichtig, sich für die Belange von Frauen einzusetzen.“ Die vergangenen Jahre seien Aufbauarbeit gewesen jetzt stehe ein neuer Aufbruch an. „Es ist Zeit“, sagt auch Tina Greiner. „So ging es nicht mehr weiter.“ Doch keinen Tag würden sie hergeben von den vergangenen Jahren im Fraz: „So viele Frauen haben Mut bekommen“, erinnert sich Efi Becker. Icg habe sie wachsen sehen… „Schüchterne haben sich plötzlich was getraut, Gedicht vorgetragen, Bilder ausgestellt, Reden halten“. Frauen, die vielleicht ein Stück von Alice Schwarzers Forderung geschafft haben: Die Hälfte des Himmels haben sie schon. Der Hälfte der Welt sind sie verdammt nahegekommen.

Bildunterschrift:

Frauen gemeinsam sind stark: Auch beim Packen von Umzugskartons. Bild: Steinemann

StKu 25.11.2004 10 Jahre FraZ: Von den Anfängen bis heute

10 Jahre Fraz

Zehn-Jahres-Jubiläum

Zeitungsartikel als Text

Stauferkurier 25.11.2004  

FraZ: Festabend zum Zehn-Jahres-Jubiläum im Kameralamts-Keller

Von den Anfängen bis heute

Das Waiblinger Frauenzentrum ist unter dem Kürzel „FraZ“ längst eine Institution. Es hat in den Räumen in der Langen Straße 24 im ersten Stock (über den Geschäftsräumen von Villinger & Zeller) seit vielen Jahren eine Heimat gefunden. In wenigen Tagen begeht das Frauenzentrum Waiblingen sein Zehn-Jahr-Jubiläum und lädt aus diesem Anlass zu einem Festabend am Freitag, 26. November 2004, um 19.30 Uhr in den Kameralamtskeller, Lange Straße 40, ein.

Mit einem abwechslungsreichen Programm wie Musik zum Mitmachen sowie heiterenund besinnlichen Rückblicken wird an die Anfänge erinnert; Festreden zur Frauenpolitik ergänzen das Programm. Und dazu bieten die FraZ–Frauen ein FraZ-typisches Schlemmerinnen-Bufett. Es gibt noch wenige freie Plätze. Interessentinnen sollten sich rasch unter 1 50 50 oder per E-Mail: frauenzentrum-waiblingen@t-online.de anmelden.

Die Anfänge des FraZ gingen auf eine Fraueninitiative zur Schaffung eines Frauencafés im Jahr 1994 zurück. In einem Brief an den Oberbürgermeister Dr. Schmidt-Hieber forderten die Waiblinger Frauen Unterstützung seitens der Stadt. Der Oberbürgermeister sicherte diese zwar zu, das größte Problem kam allerdings noch auf die Frauen zu. Die Frage des Standorts blieb längere Zeit ungeklärt. Im Juni 1994 wurde der Verein „Frauencafé“ mit 36 Gründungsmitgliedern gegründet.

Die Mitgliederzahlen sind in den Jahren danach ständig gestiegen. Eröffnet wurde das Frauenzentrum schließlich am 9. und 10. März 1996 in der Langen Straße 24. Im September des Jahres 1996 durften dann mit dem Oberbürgermeister und den damaligen Stadträten erstmals auch Männer die Räume des FraZ besichtigen.

StKu 18.4.1996 „Loser Treff ausschließlich für Frauen“

Frauenzentrum Waiblingen
Zeitungsartikel als Text

Stauferkurier 18.4.1996  

Von der Idee „Frauencafé" zum eingetragenen Verein „Frauenzentrum Waiblingen“

Loser Treff ausschließlich für Frauen

Aus der Idee, in Waiblingen ein Café nur für Frauen einzurichten, ist inzwischen ein eingetragener Verein, „Frauenzentrum Waiblingen“,,,FraZ“ genannt, entstanden. Seit Mitte März diesen Jahres hat das FraZ Räume im ersten Stock in der Langen Straße 24 bezogen. Sigrid Krügel, Erste Vorsitzende, und Claudia Seibold, Zweite Vorsitzende des Vereins, sind Ende März zu Gast im Frauenbeirat der Stadt Waiblingen gewesen. Wie sie betonten, sei der Treffpunkt ausschließlich für Frauen gedacht.

Sigrid Krügel stellte das Info-Blatt des FraZs, in dem das Frauenzentrum seine Ziele erklärt und andere Informationen gibt, den Mitgliedern des Frauenbeirats vor und stieß damit auf großen Anklang. Sie berichtete, daß sich die ursprüngliche Konzeption eines reinen „Frauencafés“ hin zu einem Zentrum für verschiedenste Frauengruppen verändert habe. Donnerstags und freitags sei das Frauencafé von 15 Uhr bis 22 Uhr geöffnet, als „loser Treff“ für Frauen aller Generationen und Nationen, erklärte die erste Vorsitzende. Samstags sei das Café von 10 Uhr bis 13 Uhr offen.

Etwa 30 bis 35 Frauen seien in diesem Bereich engagiert. Der Verein zähle derzeit etwa 100 Mitglieder; der Mitgliedsbeitrag liege bei 40 Mark im Jahr; auch Ermäßigungen für Schülerinnen, Studentinnen, Azubis, Rentnerinnen Arbeitslose oder Alleinerziehende, sind möglich. Zusätzlich zum Café-Betrieb hätten sich schon verschiedene Arbeitskreise gebildet, die sich den Interessen der Teilnehmerinnen widmen.

Der Beschluß, das Frauenzentrum nur Frauen vorzubehalten sei „konspirativ“, meinte Oberbürgermeister Dr. Schmidt-Hieber bewußt provozierend. Derzeit gelte dieser Beschluß, der aber je nach Wunsch der Frauen geändert werde könne, so Sigrid Krügel. Claudia Seibold, ergänzte, dem Beschluß, das Frauenzentrum von Frauen für Frauen einzurichten sei eine lange Diskussion vorausgegangen. Zudem sei es in sich schlüssig, daß an einem Ort, an dem sich Frauen ungezwungen treffen möchten, diese auch unter sich bleiben wollen.

Stadträtin Dörrfuß, selbst Mitglied im Frauenzentrum, sagte, bei der Mitgliederversammlung sei deutlich zum Ausdruck gekommen, daß Frauen einen Treffpunkt an dem sie geschützt und nicht in Frage gestellt werden. Ein Tag der offenen Tür für alle, auch für Männer, könnte zeigen, daß es sich um keine „konspirative“ Vereinigung handle.

Grundsätzlich sollten sich alle Frauen jeden Alters angesprochen fühlen, antwortete Sigrid Krügel auf die Frage des Oberbürgermeisters. Derzeit seien Frauen im Alter von 25 Jahren bis 75 Jahren dort aktiv. Die Gruppe der jungen Frauen und die der ausländischen Mitbürgerinnen sei noch nicht vertreten.

Positiv äußerte sich Stadträtin Dörrfuß über die Gestaltung und den Inhalt des Programms. Sie regte jedoch an, die Öffnungs-zeiten des Frauencafés samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr zu verändern, da um diese Uhr-zeit meist der Einkauf auf dem Programm stehe. Solche und andere Punkte müßten sich entwickeln, meinte Sigrid Krügel. Claudia Seibold schlug vor, da sich nun der Vorstand des Frauenzentrums dem Frauen-beirat vorgestellt habe, könne sich im Gegenzug dieser im Frauenzentrum vorstellen oder dort gar etwas veranstalten.

red

WKZ 11.3.1996 „Die Stadt kann stolz sein auf ihre Frauen“

Einweihung Frauenzentrum FraZ
Zeitungsartikel als Text

Waiblinger Kreiszeitung 11.3.1996  

„Die Stadt kann stolz sein auf ihre Frauen“

Am Samstag war Einweihung im Frauenzentrum FraZ in der Lange Straße / Bilder von Conny Lang-Müglich

Von unserem Redaktionsmitglied Jutta Pöschko

Beim Antrittsbesuch der Frauen war OB Schmidt-Hieber noch zurückhaltend. In Waiblingen gebe es schon genügend Vereine, sagte er den Vertreterinnen des gerade gegründeten Frauenzentrums. „Das“, sagte Vorsitzende Sigrid Krügel, ,,haben wir uns zu Herzen genommen. Männer haben keinen Zutritt. Seitdem klappt‘s.“ So gut, daß die Frauen ihr „FraZ“ nun endlich einweihen konnten.

Ausgerechnet ein Mann war‘s indes laut Stadträtin Charlotte Peters, der für das Frauenzentrum den ersten Anstoß gegeben hat. „Ali-Rat Gutheinz hat 1993 im Frauenbeirat des Gemeinderats bemängelt, daß es in Waiblingen kein Frauencafé gibt“, sagte die Rätin beim Frauenfest am Samstag in ihrem Rückblick. Von da nahmen‘s die Frauen selber in die Hand Ehrensache. Inge Rosenke von der Familienbildungs-stätte (FBS) - frauenbewegt, energisch und mit der nötigen Infrastruktur ausgestattet sprang den Stadträtinnen zur Seite („von der bekamen wir Rückenwind, Stärke zehn“): Die Gründungsversammlung im Juni 1994 mit 100 Frauen fand in der Familienbildungsstätte statt, zwei Monate später bildeten sich schon Arbeitskreise. Bei den Namensvorschlägen („Waiblinger Frauen-café“ eher konservativ, „Hexenkessel“ provokativ, „Kassandra“ mythologisch, „Kaffeekränzchen“ ironisch, und „Insel“ und, „Oase“ sehnsüchtig...) machte dann Fraz das Rennen. Trotz Bedenken von Stadträtin Sabine Raetzel: „Sie fand“, erinnert sich Charlotte Peters,“FraZ - der FraZ -sei zu männlich.“

Was ein echtes Frauenzentrum sein will, braucht indes eigene Räume - Mangelware in Waiblingen. Groß, hell, zentral gelegen sollten sie sein: genau wie die in der Lange Straße 24, wo die FraZ-Frauen schließlich eingezogen sind. Davor war freilich eine Menge „Überzeugungsarbeit im Gemeinderat“ nötig: „Denn ohne die Übernahme der Mietkosten wäre das Ganze zum Scheitern verurteilt gewesen“, so Charlotte Peters. Das grüne Licht aus dem Gemeinderat führt Peters auch darauf zurück, wie die FraZ-Frauen die heimatlose Durststrecke durchgestanden haben: „voller Aktivitäten“ nämlich.

„Die Stadt kann stolz sein auf ihre Frauen“ so sieht‘s zumindest FBS-Leiterin Inge Rosenke. Mit einer Menge Eigeninitiative hätten sich die Frauen einen Ort geschaffen, wo „sie einfach mal hingehen können, einen Ort, der relativ geschützt ist, wo man sich gern aufhält“. Bedeutsam auch für die Identifikation der Frauen mit der Stadt: „Damit wird die Stadt meine Stadt.“ Im neuen FraZ sollen sich Frauen indes nicht nur ausruhen, sondern auch „präsentieren können“, sollen „Frauenprodukte öffentlich gemacht werden“.

„Weibliche Figur“ ist denn der Titel der ersten Ausstellung in den neuen Räumen. Conny Lang-Müglich zeigt Werke in Acryl auf Papier, Holz und Leinwand. Was die 36jährige darstellt, ist die andere Seite der Frau. Die Frau als Kriegerin, Erdmutter, Priesterin und Künstlerin. Rare Themen in der bildenden Kunst. „Frauen müssen in der Kunstgeschichte schon sehr weit zurückgehen, um nicht als Ausgebeutete, sondern als schöpferische Macht dargestellt zu sein“, sagte Angela Dietz in ihrer Einführung. Ausgereifte Körper und weibliche Seelen seien nicht erwünscht. Allgegenwärtig stattdessen die Bilderflut vom schlanken Mädchen - ein Diktum, dem sich‘s zu entziehen gar nicht so leicht ist. Anders in den Bildern von Cornelia Lang-Müglich: Da werden die „ganzen Frauen beschworen, die die Würde ausstrahlen, nach der wir uns sehnen“.

FraZ macht Programm

Und so sieht das Programm der folgenden Wochen im Frauenzentrum aus: „Frauen. zurück an den Herd oder hinaus ins feindliche Leben“ ist der Titel einer Diskussion mit Politikerinnen vor der Landtagswahl am Mittwoch, 20. März, um 20 Uhr. „Frauenzentren - Frauen im Zentrum“ heißt es am Dienstag, 16. April, um 20 Uhr. Zu Gast sind Vertreterinnen anderer Frauenzentren. Eine Frauendisko ist am Freitag, 26. April, um 20 Uhr angesagt. Den gemeinsamen Frauenschwof mit dem Jazzclub Armer Konrad gibt‘s im Beutelsbacher Stiftshof Am Dienstag, 30. April, um 20 Uhr, ist Walpurgisnacht.

Bildunterschrift:

Bei der Einweihung des Frauenzentrums in der Lange Straße spielte das ,,Rondo Mamamia“. Nach dem offiziellen Teil wurde gefeiert. Bilder: Zürn

Wochenblatt 7.3.1996 Das Waiblinger Frauenzentrum wird eröffnet

Eröffnung Frauenzentrum FraZ
Zeitungsartikel als Text

Wochenblatt 7.3.1996  

Das Waiblinger Frauenzentrum wird eröffnet

Das erste Waiblinger Frauenzentrum (FraZ), Lange Straße 24, öffnet seine Pforten. Am Wochenende, 9. und 10. März, werden die Räume im 1. Stock über Villinger-Zeller eingeweiht. Zum Auftakt gibt's am Samstag um 17 Uhr eine Vernissage der Waiblingerin Conny Lang-Müglich (Bild). Die rund 30 Arbeiten der 3fijährigen auf Papier, Holz und Lein-wand unter dem Titel „Weibliche Figur“ zeigen „die andere Seite der Frau“: Kriegerin, Erdmutter, Priesterin und Künstlerin. Anschließend wird gefeiert. Am Sonntagmorgen dann, 11 Uhr, gibt‘s für alle Interessierten Brunch mit klassischer Musik. Das erste FraZ-Halbjahresprogramm sieht außerdem am Mittwoch, 20. März, um 20 Uhr eine Veranstaltung zur Landtagswahl vor, wenn Politikerinnen über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie diskutieren.

WKZ 12.12.1995 Frauenzentrum überm Hausratsgeschäft

Eröffnung Frauenzentrum FraZ
Zeitungsartikel als Text

Waiblinger Kreiszeitung 12.12.1995  

Frauenzentrum überm Hausratsgeschäft

Neue Räume in der Langen Straße gefunden / Stadt bezahlt Investitionzuschuß und im ersten Jahr die Miete

Von unserem Redaktionsmitglied Jürgen Blocher

Die neue Bleibe des Frauenzentrums über dem Hausratsgeschäft in der Langen Straße ist Zufall, die Lage freilich hat ihren Reiz: zentral gelegen, dennoch leicht erreichbar. Nicht nur die Frauen können davon profitieren, sondern der Standort auch vom Frauenzentrum: Die SPD prophezeit eine Belebung der Innenstadt.

„Die Außenwirkung trägt zusätzlich zur Innenstadtbelebung bei“, argumentierte Stadträtin Maria Schmidt in der Etatdebatte und versuchte damit, dem Gemeinderat den SPD-Antrag schmackhaft zu machen. Das Frauenzentrum in den neuen Räumen soll mit einem 5000-Mark-Investi-tionszuschuß unterstützt werden. - Zudem hat das Frauenzentrum selbst einen Mietzuschuß beantragt. - Zwar habe das Frauenzentrum, so die SPD, bisher als Gast in der Altenbegegnungsstätte Ulrich-Herzog-Haus, viel Eigenleistung zugesagt und wolle mit gebrauchtem Inventar beginnen, dennoch bleibe ein Aufwand, der vom Verein nicht aufgebracht werden könne. Daß ihm geholfen werden muß, ist für die SPD keine Frage. Er habe in den vergangenen Monaten bewiesen, „daß eine Einrichtung wie das Fraz in Waiblingen dringend erforderlich war“

Hanns-Horst Hölder: „Wir unterstützen was Vernünftiges“

Daß das auch die anderen Fraktionen im Gemeinderat so sehen, zeigte die große Mehrheit für den Zuschuß. „Wir unterstützen was Vernünftiges“, so DFB-Fraktionschef Hanns-Horst Holder, der sich mit seinen anderen DFB-Mannen freuen würde, mal ins neue Frauenzentrum eingeladen zu werden. „Sehr schwer getan“ hat sich laut Dr. Siegfried Kasper, die CDU-Fraktion. Doch will auch sie der „jungen Vereinigung zum Durchbruch verhelfen“.

Keine Chance hätte der ursprüngliche Antrag der SPD gehabt, 15 000 Mark Zuschuß zu bezahlen. Sie hatte sich auf eine Forderung des Frauenzentrums gestützt. Wäre es nach diesem gegangen, hätte die Stadt in ihrem Etat zusätzlich zum Investitionszuschuß 24000 Mark Mietzuschuß einkalkulieren sollen, wiewohl die Jahresmiete 16800 Mark beträgt. Einstimmig gebilligt wurde die Übernahme der Jahresmiete. Ein Präjudiz für nächstes Jahr sei dies nicht, darauf legte OB Dr. Schmidt-Hieber wert, der sich mit den Zuschüssen ohnehin schwer getan hat und lieber nur 2500 Mark für Investitionen zugeschossen hätte. So bald wie möglich müsse das Frauenzentrum die Miete selbst bezahlen.

Neue Räume werden nicht mehr als reines Frauencafé genutzt

Lange hatte der Verein Frauenzentrum Waiblingen nach Räumen für ein Frauencafé gesucht und schließlich in der Alten Begegnungsstätte eine vorläufige Bleibe gefunden. Das neue Frauenzentrum in der Langen Straße 24 wird jetzt „nicht mehr das reine Frauencafé“, so Vereinssprecherin Sigrid Krügel. Die Entwicklung sei in eine andere Richtung gegangen. Die Wohnung im Haus Villinger-Zeller, seit langem nicht mehr als solche genutzt, sondern als Beratungsbüro der Griechischen Gemeinde, ist 115 Quadratmeter groß und hat drei Zimmer. Das größere eignet sich zum Beispiel für Krabbelgruppen, die anderen für Arbeitskreise und ähnliches.

Bildunterschrift:

Mitten in der Altstadt, im ersten Stock über Villinger-Zeller, wird das Frauenzentrum Waiblingen eingerichtet. Bild: Zürn

WKZ 22.8.1994 Weiberwirtschaft: mit oder ohne Männer?

Weiberwirtschaft: mit oder ohne Männer
Zeitungsartikel als Text

Waiblinger Kreiszeitung 22.8.1994  

Weiberwirtschaft: mit oder ohne Männer?

Gründungsversammlung am 21. September mit Vorstandswahlen / Raumfrage noch ungeklärt

(krü).

Frauencafé ,,FraZ“, „Waiblinger Weiberwirtschaft“ oder was ganz anderes - über den Namen des neuen Waiblinger Frauencafés wird am Mittwoch, 21. September, entschieden. An diesem Tag findet die Gründungsversammlung des Vereins statt. Die Frauen sind nicht mehr aufzuhalten, und ob sie auch Männer in ihr Café lassen, wird derzeit noch kontrovers diskutiert.

„Die Motivation der Frauen ist immens groß.“ Inge Rosenke, Leiterin der Familien-Bildungsstätte, zog am Ende der zweiten Frauenversammlung am Samstag das Fazit. Rund 60 Frauen in fünf Arbeitskreisen haben am Wochenende und in etlichen Treffen davor Konzeptionen diskutiert, Möglichkeiten der Finanzierung durchgespielt, sich mit dem Kulturprogramm, dem laufenden Betrieb und der Werbung beschäftigt. Und die Ergebnisse ihrer Arbeit im Frauenplenum der FBS vorgestellt.

Sinn und Zweck des Vereins Frauencafé, so der vorläufige Stand der Diskussion, ist die Begegnung. Frauen sollen miteinander ins Gespräch kommen. Zweiter wichtiger Punkt: der Aufbau eines Netzwerkes durch die Kooperation mit anderen Frauenorganisationen, Verbänden und Vereinen. Drittens: Der Verein soll die Gleichberechtigung der Frau fördern und Projekte unterstützen, die die Interessen von Frauen in der Stadt sichtbar machen.

Literatur von Frauen, Vorträge von Frauen, Filme von Frauen, Bilder von Frauen - Frauen sind in allen Kultursparten aktiv und sollen im Frauencafé ein entsprechendes Forum finden. Gedacht ist außerdem an die verschiedensten Frauengruppen: Es soll Treffs für Alleinerziehende geben, für Handwerkerinnen, für Frauen verschiedener Nationalitäten, für diejenigen, die über feministische Theorien diskutieren wollen, je nach Bedarf. Wünschenswert ist außerdem eine Infobörse zu den Bereichen Beruf und Gesundheit sowie ein monatlich wechselndes Schwerpunktthema.

Vegetarisch und vollwertig soll das Essen im Frauencafé sein. Plädiert wurde außerdem für klare Öffnungszeiten. Denkbar beispielweise: montags bis samstags 11 bis 23 Uhr. Ob sich dies realisieren läßt, soll der zuständige Arbeitskreis klären. Rund 50 Frauen, so eine erste Erhebung, sind bereit, stundenweise und ehrenamtlich im Café mitzuarbeiten. Ein Personalstamm, mit dem sich einiges auf die Beine stellen läßt.

Ob die Damen freilich auch Herren bedienen, wird die Mitgliederversammlung entscheiden. Bei diesem Thema gehen die Meinungen weit auseinander. „Stärke zeigen und auch Männer ins Frauencafé lassen“, argumentieren die einen. „Das Frauencafé muß ein Raum sein, in dem sich Frauen ohne Männer austauschen können“, sagen die anderen. Und dazwischen gibt es den pragmatischen Flügel, der eh nicht glaubt, daß sich ein Mann ins Frauencafé traut. „Und wenn sich wirklich mal einer hierher verirrt, soll er halt seinen Kafee trinken dürfen.“

In der Gründungsversammlung am 21. September, 20 Uhr (der Ort steht noch nicht fest), wird auch über den Namen abgestimmt. Für Frauencafé oder auch Frauenzimmer steht „FraZ“. „Weiberwirtschaft“ ist die etwas derbere Variante. Weitere Vorschläge sowie Frauen, die noch mitmachen wollen, sind jederzeit willkommen beim Waiblinger Frauencafé. Das gleiche gilt für Raumvorschläge. Auch hier sind die Frauen noch auf der Suche. Nach dem 21. September wird der Vorstand, der bis dahin gewählt ist, Verhandlungen aufnehmen. Immer noch im Gespräch ist das Ulrich-Herzog-Haus.

Bildunterschrift:

Arbeitsfrühstück in der FBS. Bild: Steinemann